SRH Kurpfalzkrankenhaus

Hämophiliezentrum und Gerinnungsambulanz

Sie haben häufig Nasenbluten, verstärkte Blutungen bei kleinen Eingriffen oder Thrombosen? In Ihrer Schwangerschaft sind bestimmte Komplikationen aufgetreten? Ein Grund dafür können Probleme mit der Blutgerinnung sein. Unsere Expertinnen und Experten sind für Sie da.

Themenbereich Herz, Kreislauf & Lunge
Unser Profil

Vertrauen Sie auf unsere Erfahrung

Die moderne Medizin kann die Lebensqualität von Patienten mit Gerinnungsstörungen enorm verbessern. Das Hämophiliezentrum am SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg gehört zu den größten bundesweit und blickt auf fast 40 Jahre Erfahrung zurück. Seit Mai 2024 sind wir als Hemophilia-Comprehensive Care Center (HCCC) zertifiziert. Dieses Zertifikat ist ein bundesweit anerkannter Nachweis für die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität, die Hämophiliezentren nach den Vorgaben der Leitlinie der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) erfüllen müssen. Ein HCCC-zertifiziertes Zentrum entspricht den Anforderungen an die höchste Versorgungsstufe.

Wir diagnostizieren und behandeln alle Erkrankungen rund um die Blutgerinnung – Patientinnen und Patienten mit Hämophilie, Blutungen, Thrombosen oder Embolien genauso wie thrombosegefährdete Schwangere und Schwangere mit vaskulären Komplikationen der Plazenta (Abort, Präeklampsie, wachstumsretardierte Kinder). Unsere Ärztinnen und Ärzte nehmen sich Zeit für eine eingehende Beratung und legen Wert auf eine umfassende Diagnostik sowie auf individuelle Therapieempfehlungen. Als großes Zentrum haben wir eine eigene Station im SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg, auf der Sie von unseren Gerinnungsspezialisten und Internisten behandelt werden. 

In unserem hauseigenen Speziallabor untersuchen wir auch Blut von stationären Patient:innen anderer Kliniken. Weitere Informationen und Hinweise finden Sie auf der Seite unseres Labors.

 

Unsere Leistungen

Umfassende Diagnostik und individuelle Beratung

Sie bekommen von uns eine genaue labordiagnostische Abklärung Ihrer Gerinnungsstörung durch unser hauseigenes hämostaseologisches Speziallabor. Zu unserem Leistungsspektrum gehört ebenso die Therapieüberwachung für Patientinnen und Patienten mit bekannter Gerinnungsstörung und die Verordnung therapeutischer Mittel. Vor geplanten Operationen oder anderen invasiven Eingriffen sprechen wir individuelle Therapieempfehlungen aus, um das Blutungs- und Thromboserisiko einzudämmen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die kontinuierliche Betreuung von Menschen mit angeborenen Blutungsneigungen im Rahmen der ärztlich kontrollierten Heimselbstbehandlung. Im Notfall erreichen Sie unsere Ärztinnen und Ärzte Tag und Nacht. 

Unser Flyer
  • Klinische und laboranalytische Diagnostik bei unklarer Blutungsneigung
  • Diagnostische Abklärung bei auffälligen Gerinnungsparametern
  • Diagnostik und Therapie des hereditären und erworbenen von-Willebrand-Syndroms
  • Diagnostik und Therapie bei Patienten mit bekannten Gerinnungsstörungen
  • Individuelle Therapieempfehlung vor Operationen oder invasiven Eingriffen
  • Umfassende Betreuung von Patienten mit angeborener Blutungsneigung (von-Willebrand-Syndrom und Hämophilie A oder B) und anderen seltenen Gerinnungsstörungen
  • Versorgung mit Faktorpräparaten zur Blutungsprophylaxe und Blutungsbehandlung
  • Interdisziplinäre Beratung und Behandlung bei orthopädischen Beschwerden mit interdisziplinärer Sprechstunde
  • Beratung und Behandlung von Konduktorinnen
  • 24-Stunden Erreichbarkeit und 24-Stunden Notfallversorgung
  • Enge Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten wie z.B. Orthopädie, Chirurgie, Gynäkologie, Rheumatologie, Onkologie Infektiologie, Pädiatrie und Zahnmedizin.
  • Stationäre Behandlung im SRH Kurpfalzkrankenhaus möglich
  • Ärztliche Betreuung der Heimselbstbehandlung
  • Labordiagnostische Abklärung von angeborenen und erworbenen Gerinnungsstörungen
  • Individuelle Therapieempfehlung einer risikoadaptierten Thromboseprophylaxe sowie bei Schwangerschaft oder operativen Eingriffen
  • Beratung und Therapieempfehlung nach Thrombosen und Embolien
  • Therapieüberwachung bei Antikoagulation
  • Überprüfung der antiaggregatorischen Therapie mit Aspirin und anderen Medikamenten.
  •   Betreuung von Schwangeren mit erhöhtem vaskulären- oder Abortrisiko
  • Betreuung von Schwangeren mit vaskulären Komplikationen (Thromboseneigung oder Zustand nach Thrombose)
  • Betreuung von Schwangeren mit Blutungsneigung
  • Betreuung von Schwangeren mit vaskulären Komplikationen der Plazenta (Abort, Wachstumsretardierung, Präeklampsie, Frühgeburt)
  • Therapie und Prophylaxe der Venenthrombose und Lungenembolie

Neben den Blutgerinnungsanalysen unserer ambulanten und stationären Patientinnen und Patienten, untersuchen wir auch Blut von stationären Patient:innen anderer Kliniken. Nach telefonischer Rücksprache mit unserer Gerinnungsambulanz können Sie uns Blutproben zusenden.

Das Anforderungsformular sowie wichtige Hinweise finden Sie auf der Seite unseres Labors.

Blutungsneigung

Eine zur Blutungsneigung führende Gerinnungsstörung, kann entweder angeboren oder durch verschiedene Ursachen im Verlauf Ihres Lebens hinzugekommen sein. Sie fällt in der Regel durch gehäuftes Auftreten von blauen Flecken (Hämatomen), Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Nachblutungen nach Zahnextraktionen sowie Blutungskomplikationen bei vorangegangenen Operationen auf. Bei Frauen zusätzlich durch eine verstärkte Regelblutung sowie Nachblutungen nach einer Geburt. Blutungsneigungen können familiär gehäuft vorkommen – insbesondere Gelenkblutungen bei Hämophilie.

Gelegentlich können auch bisher gesunde Menschen im Laufe ihres Lebens eine Gerinnungsstörung erwerben, die zu einer Blutungsneigung führt, die mit einem normalen Gerinnungstests (Quick und aPTT) häufig nicht diagnostiziert werden – beispielsweise eine Hemmkörperhämophilie oder das von Willebrand Syndrom. Um das zu klären, kann es für Sie besonders wichtig sein, uns vor einem chirurgischen Eingriff zu konsultieren.

Hämophiliezentrum

Die klassische Bluterkrankheit (Hämophilie) ist angeboren und wird durch einen Gen-Defekt verursacht. Betroffene haben zu wenig Gerinnungsfaktoren im Blut. Das heißt, schon kleine Verletzungen können für sie gefährlich sein. Schwere Formen der Hämophilie führen ohne Behandlung zu spontanen Blutungen, insbesondere in den Gelenken oder der Muskulatur. Gelenkblutungen können schon bei Kindern und Jugendlichen erhebliche Schäden verursachen. Die Symptome gleichen denen einer schweren Arthrose. Die Häufigkeit der Hämophilie A (Faktor VIII-Mangel) liegt bei sieben auf 10.000 Einwohner. Die Hämophilie B (Faktor IX-Mangel) ist seltener.

Der fehlende Gerinnungsfaktor kann als Konzentrat intravenös gespritzt werden. Die entsprechenden Präparate stehen Ihnen als sichere Arzneimittel bereit: Entweder aus menschlichem Spenderblut (plasmatischen Ursprungs) oder künstlich in Zellkulturen hergestellt (rekombinant). Eine regelmäßige Faktorprophylaxe ermöglicht Ihnen ein weitgehend normales Leben, verhindert spontane Blutungen und beugt möglichen Folgeschäden vor. Neben den Faktoren mit der Standardhalbwertszeit stehen Ihnen auch Faktoren mit einer verlängerten Halbwertszeit und eine Reihe von Nicht-Faktor-Therapien zur Verfügung.

Eine Hämophilie kann schon bei kleinsten Eingriffen zu unstillbaren Blutungen führen. Darum sollten Patientinnen und Patienten jeden Eingriff – von der Allgemeinchirurgie bis zur Zahnextraktion – mit unserem Hämophiliezentrum abstimmen. Dann legen wir eine Behandlungsstrategie fest, die genau auf den Schweregrad der Erkrankung und die Blutungsgefahr des Eingriffs abgestimmt ist. Für praktisch jeden medizinischen Eingriff sind in jahrelanger Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten aller Fachrichtungen Behandlungspfade gewachsen. Alle unsere Kooperationspartner wissen, welche speziellen Anforderungen bei Hämophiliepatientinnen und Hämophiliepatienten gelten. Um diesen Austausch weiter zu vertiefen, führen wir regelmäßige interdisziplinäre internistisch-orthopädische Sprechstunden durch.

  • Notfallversorgung mit Faktorpräparaten jederzeit gewährleistet
  • 24 Stunden-Erreichbarkeit eines hämostaseologisch-erfahrenen Arztes / einer Ärztin

Betreuung in Schwangerschaft und Wochenbett

Nicht immer verläuft eine Schwangerschaft ohne Komplikationen. Unsere Expertinnen und Experten sind mit ihrem ganzen Wissen für Sie da, wenn solche Komplikationen in möglichem Zusammenhang mit Blutgerinnungsstörungen stehen (sog. vaskuläre Komplikationen). Dazu gehören unter anderem: 

  • venöse Thrombose
  • vaskuläre Komplikationen der Plazenta
  • Abort / Fehlgeburt
  • Intrauterine Wachstumsretardierung (IUGR)
  • Präeklampsie
  • Frühgeburt
  • Abruptio placentae
  • Heparin in der Schwangerschaft und im Wochenbett zur Therapie und Prophylaxe der Venenthrombose und Lungenembolie sowie von vaskulären Komplikationen der Plazenta

 

Unser Speziallabor
Unser Speziallabor

Moderne Gerinnungsdiagnostik

In unserem hauseigenen hämostaseologischen Speziallabor führen wir nicht nur Blutgerinnungsanalysen unserer ambulanten und stationären Patientinnen und Patienten durch, wir untersuchen auch Blut für andere Kliniken und sprechen Therapieempfehlungen aus. 

Mehr über unser Speziallabor
Ambulanz und Öffnungezeiten

Wir sind für Sie da

Allgemeiner Kontakt

Sekretariat Saskia Balz und Sabrina Bischoff
Telefon 06221 88-4004
E-Mail gerinnungsambulanz.kkh@srh.de
Adresse Bonhoefferstraße 5, 69123 Heidelberg

Sprechzeiten

Ansprechpartner Saskia Balz und Sabrina Bischoff
Telefon 06221 88-4004
E-Mail gerinnungsambulanz.kkh@srh.de

Öffnungszeiten (bitte beachten Sie die unten stehenden Sprechzeiten)

Montag - Donnerstag 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr, Freitag 08:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Bitte bringen Sie bei der Erstvorstellung Ihre Befunde (Laborbefunde, Krankenhaus- bzw. Arztberichte) in Kopie mit, ebenso eine Übersicht Ihrer Medikamente.

Gesetzlich Versicherte benötigen bei der Vorstellung einen gültigen Überweisungsschein für die Gerinnungsambulanz bzw. Hämostaseologie. Bringen Sie bitte für jedes Quartal eine gültige Überweisung mit.

 

Montag 08:00 – 11:30 Uhr
Dienstag 08:00 – 11:30 Uhr
Mittwoch 08:00 – 11:30 Uhr
Donnerstag 08:00 – 11:30 Uhr
Freitag 08:00 – 11:30 Uhr

Bitte bringen Sie, falls möglich, medizinische Vorbefunde zu Ihrer Untersuchung mit.

Am Untersuchungstag können Sie normal essen und trinken. Soweit nicht gesondert vereinbart, können Sie Ihre Medikamente wie gewohnt einnehmen. Bitte beachten Sie hierbei, dass Heparin-Spritzen ca. drei Stunden vor der Blutentnahme gespritzt werden müssen, um einen aussagekräftigen Medikamentenspiegel messen zu können.

Aus-, Fort- und Weiterbildung

Wir geben unser Wissen weiter

Ihre Gesundheit liegt uns am Herzen. Aus diesem Grund ist es uns wichtig, unseren Mitarbeitenden regelmäßig Aus-, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten. Hierzu bieten wir interne und externe Veranstaltungen an. Jenseits unserer Klinik sind wir regelmäßig auf nationalen und internationalen Kongressen vertreten, um auf dem neuesten Stand der Wissenschaft zu bleiben.

Unsere Abteilung verfügt über die folgende Weiterbildungsermächtigung:

  • Hämostaseologie 12 Monate (beantragt)
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