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Fachabteilung für Neurologie am SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg

Ihre lokale Adresse für Parkinson

Mehr als 350.000 Menschen leiden in Deutschland an Parkinson. Jeder zehnte Patient mit dieser Erkrankung ist unter 40 Jahre alt. In Europa wird sich bis 2030 die Zahl an Patienten mit Parkinson verdoppelt haben. Im Jahre 2040 wird der Parkinson den Krebs als die häufigste Erkrankung abgelöst haben.

Bereits in der europäischen Konsenserklärung über die Behandlungsstandards bei der Parkinson-Erkrankung wird neben dem Aspekt der medikamentösen Therapie als Eckpfeiler des Krankheits-Managements die dringende Notwendigkeit für den Zugang unserer Patienten zu Physio- und Ergotherapie sowie zur Logopädie betont. 

Unser hochspezialisiertes neurologisches Team aus Ärzten, Pflege und Therapeuten gehen mit der klinischen Sozialarbeit diesen Weg hin zum Erhalt oder dem Wiedererlangen der Teilhabe im Rahmen einer individualisierten multimodalen Komplexbehandlung auf Grundlage eines bio-psycho-sozialen Modells.

Wann ist eine Komplexbehandlung zielführend?

Eine Komplexbehandlung ist zielführend, wenn eine Bewegungseinschränkung nicht mehr durch eine Medikamentenanpassung behandelt werden kann. Insbesondere Fluktuationen der motorischen Symptome oder die Überbeweglichkeit (Dyskinesien) im späten Stadium der Erkrankung sind eine Indikation zur Komplextherapie. Gangstörungen mit häufigen Stürzen, Sprechstörungen oder Schluckbeschwerden sind ebenfalls eine Indikation für eine Komplextherapie. Treten im Rahmen der Parkinson-Erkrankungen psychiatrische Probleme wie Depression oder neurokognitive Defizite auf, so ist auch hier unsere Behandlung indiziert.

Kommt es im Rahmen anderer Erkrankungen wie z.B. einer Infektion zu einer Verschlechterung der Parkinson-Symptomatik, so ist das oberste Ziel die Wiederherstellung des Zustandes durch Behandlung der akuten Begleiterkrankung. Diese Patienten profitieren von der Fachdisziplin, dessen Hauptsymptom jetzt zu behandeln ist.

Unsere Parkinson-Komplexbehandlung

Unser Team aus Neurologen, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden und speziell geschultes Pflegepersonal verfügt über Jahrzehnte lange Erfahrung in der Behandlung der Parkinson-Erkrankung. Ergänzt wird dieses Team durch unsere Pharmazeuten, die gemeinsam mit den Ärzten Behandlungspläne erstellen, um den bestmöglichen Einsatz der Parkinson-Medikation individuell abzustimmen und das Maß der Nebenwirkung so gering wie möglich zu halten.

In den wöchentlich Teamsitzungen werden die formulierten Therapieziele und die Hindernisse auf dem Weg zu diesen Zielen evaluiert und neue Ziele Ihrer Therapie formuliert.  

Merkmale unserer Komplexbehandlung

Der stationäre Aufenthalt dauert mindestens 14 Tage. Nach einer gründlichen Erhebung der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung durch unsere Fachärzte und den speziell ausgebildeten Therapeuten wird ein individueller Therapieplan erstellt. Sie erhalten mindestens 7,5 Stunden/Woche an spezieller Therapie. Hiervon werden für Sie 5 Stunden in Einzeltherapie investiert. In den täglichen Visiten werden wir ihre Medikation an Ihre speziellen Bedürfnisse anpassen. Ein Bewegungsprotokoll ist uns hierbei behilflich. Unsere Neuropsychologen sind mit den speziellen Problemen unserer Parkinson-Patienten und der Diagnostik neurokognitiver Defizite vertraut. Gleichzeitig bieten die Kollegen Ihnen und den Angehörigen gemeinsam mit dem klinischen Sozialdienst ihre psychologische und sozialmedizinische Hilfe an.

Unsere Ziele in der Komplexbehandlung

Die Komplexität der Parkinson-Erkrankung betrifft die Körperfunktion genauso wie die Aktivität. Persönliche Faktoren und die Umweltfaktoren tragen gemeinsam mit Aktivität und Körperfunktion zur Teilhabe bei. Die Erhaltung oder Wiederherstellung der Teilhabe ist unser oberstes Gebot. Darum nutzen wir das bio-psycho-soziale Modell der internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF: international classification of functioning, disability and health) als Grundlage unserer therapeutischen Bemühungen.

Hinweise für unsere Zuweiser

Nehmen Sie einfach Kontakt mit unserem Aufnahmemanagement auf und vereinbaren einen Termin. Die Mitgabe des aktuellen Medikamentenplanes und aller bisherigen Befunde erleichtert uns den raschen Einstieg in ein individuelles Therapiekonzept.