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Neurologische Rehabilitation

Von der Akutklinik in die Frührehabilitation

Das Phasenmodell wurde 1994 von der Rentenversicherung vorgelegt. Bereits ein Jahr später wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) begonnen, das Phasenkonzept A-F der neurologischen Rehabilitation zu definieren. Die „Empfehlungen zur Neurologischen Rehabilitation von Patienten mit schweren und schwersten Hirnschädigungen in den Phasen B und C“ markieren den Beginn, das Phasenmodell der neurologischen Rehabilitation zu beschreiben.

Die Phasen der neurologischen Rehabilitation

  • A: Akutbehandlungsphase unmittelbar nach dem Ereignis. 
  • B: Behandlungsphase, in der noch intensivmedizinische Behandlungsmöglichkeiten vorgehalten werden müssen. 
  • C: Behandlungs-/ Rehabilitationsphase, in der die Patienten bereits in der Therapie mitarbeiten können, sie aber noch kurativ-medizinisch und mit hohem pflegerischen Aufwand betreut werden müssen. 
  • D: Rehabilitationsphase nach Abschluss der Frühmobilisation. 
  • E: Behandlungs-/ Rehabilitationsphase nach Abschluss einer intensiven medizinischen Rehabilitation. Im Mittelpunkt stehen nachgehende Reha-Leistungen unter Einschluss von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. 
  • F: Langzeitpflege und Langzeitbehandlung; Behandlungsphase, in der dauerhaft unterstützende, betreuende und/ oder zustandserhaltende Leistungen erforderlich sind. 

Phase B

Eine akute Erkrankung oder Verletzung des zentralen Nervensystems mit relevanter Beeinträchtigung der funktionalen Gesundheit erfordern gleichzeitig eine akutmedizinisch-kurative und umgehend eine neurorehabilitative Behandlung. Somit ist die Rehabilitation von Beginn der akuten Erkrankung ein konsequenter integraler Bestandteil der medizinischen Versorgung. Diese Tatsache wird auch vom Gesetzgeber bekräftigt. Im Sozialgesetzbuch IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen), wird das Recht der Rehabilitation Behinderter und von Behinderung bedrohter Menschen in einem Buch zusammengefasst und weiterentwickelt. Dadurch wird erstmals der Zugang zur Rehabilitation bürgernah organisiert.

Der Begriff Frührehabilitation

Der Begriff der Frührehabilitation wurde erstmalig im Bereich der kardiologischen Rehabilitation beschrieben und bedeutete den frühen Einsatz physiotherapeutischer Leistungen nach Erkrankung des Herzens. Heute spricht die Kardiologie von Anschlussheilbehandlung. Erst die Neurologie nahm den Begriff der Frührehabilitation wieder auf und bezeichnet damit die Anwendung rehabilitativer Maßnahmen bereits in der Akutversorgung nach Erkrankung oder Verletzung des zentralen oder peripheren Nervensystems oder der Muskulatur durch ein multidisziplinäres Team aus Ärzten, Pflegenden und Therapeuten in spezialisierten Einrichtungen.

Beginn der Frührehabilitation

Die Frührehabilitation muss zum frühesten Zeitpunkt nach akuter Erkrankung oder Verletzung des zentralen oder peripheren Nervensystems erfolgen. In der Akutklinik kommt daher z.B. der Logopädie oder der Physiotherapie auf einer Schlaganfalleinheit oder einer neurologisch-neurochirurgischen Intensivstation besondere Bedeutung zu. Der gesamte Umfang der komplexen Frührehabilitation ist allerdings hier nicht zu leisten. Spezielle Einrichtungen wie die neurologische Frührehabilitation am SRH Kurpfalzkrankenhaus haben die Aufgabe, die in der Akutklinik begonnene frühe Rehabilitation fortzusetzen und zu erweitern. In dieser Phase besteht nach wie vor akutmedizinischer Behandlungsbedarf bis hin zur intensivmedizinischen Überwachungspflicht mit Beatmung. Hierfür hält das SRH Kurpfalzkrankenhaus eine eigene Intensivstation mit derzeit 8 Beatmungsbetten bereit.

Frührehabilitation ist Akutversorgung

Es sind die rasanten Fortschritte der Medizin, insbesondere in der Neurologie, der Neurochirurgie und der Neuroradiologie, die sichere und rasche Hilfe zur Beseitigung der akut lebensbedrohlichen neurologischen Erkrankung sicherstellen. Damit ist der Aufenthalt in der Akutklinik in den letzten Jahren deutlich kürzer geworden und die neurologisch- neurochirurgische Frührehabilitation rückt zeitlich immer näher an die Akutkliniken heran. Und so ist Frührehabilitation der Phase B noch Teil der akutstationären Behandlung.

Wir führen alle begonnenen Maßnahmen der akutversorgenden Klinik weiter und erweitern diese um die Frührehabilitation.