Standard-SchriftgrößeGrößere SchriftGrößte Schrift

Eine Methode, viele Möglichkeiten

Ultraschall in der Neurologie

Im Jahre 1842 beschrieb der Salzburger Mathematiker und Physiker Christian Doppler was passieren würde, wenn sich Sender und Empfänger einer (Schall-)Welle gegeneinander bewegen. Er sagte voraus, dass bei Annäherung eines Senders eine höhere Frequenz und bei Entfernung eine tiefere Frequenz zum Empfänger gelangt. Ein Phänomen, dass wir aus den Alltag kennen, wenn wir den Ton einer sich entfernenden oder annähernden Sirene wahrnehmen. Im Jahre 1959 wurde erstmals  der Dopplereffekt in der Medizin zur Blutflussmessung eingesetzt. Anfang der 70er Jahre wurde durch Ableiten des Dopplersignals im Bereich einer Kopfarterie Informationen über Strömungsbehinderungen der inneren Halsschlagader gewonnen. Diese indirekte Methode durch die direkte Beschallung der hirnversorgenden Gefäße ergänzt (1974). Erst Mitte der 80er Jahre fand die Duplexsonografie als Schnittbildverfahren Einzug in die neurologische Diagnostik. Ende der 80er Jahre wurde die farbkodierte Duplexsonografie eingeführt, die in der Lage ist, die Richtung des Blutstroms und die Dopplerfrequenzverschiebung in verschiedenen Farben abzubilden.

Fortan hat sich die Ultraschalldiagnostik auch in der Neurologie mit der Entwicklung neuer Ultraschallgeräte und Ultraschallköpfe sowie neuer Ultraschalltechniken rasant  weiter entwickelt. In der Abteilung für Neurologie des SRH Kurpfalzkrankenhauses halten alle zur Verfügung stehenden Methoden mit modernsten vernetzten Geräten Einzug in unsere tägliche Diagnostik. Unsere Patienten profitieren von den jahrzehntelangen Erfahrungen unserer neurologischen Fachärzte auf dem Gebiet der Neurosonologie. Folgende Untersuchungen können hier im SRH Kurpfalzkrankenhaus durchgeführt werden:

  • Untersuchung aller zuführenden hinversorgenden Gefäße
  • Untersuchungen der arteriellen und venösen Gefäße im Gehirn
  • Untersuchungen der Flussvolumen in den Gefäßen
  • Volumenmessung der inneren Hohlräume (Ventrikel) des Gehirns (z.B. bei Hydrozephalus)
  • Darstellung des Hirngewebes (z.B. Untersuchung des Hirnstamms bei Parkinson-Syndromen)
  • Messung der Hirndurchblutung und der Dauer der Blutzirkulation im Gehirn mit Hilfe von Ultraschallkontrastverstärkern (z.B. bei Gefäßkurzschlüssen)
  • Messung der Hirnperfusion mit Ultraschallkontrastverstärkern
  • Untersuchung der Muskeln bei entzündlichen Muskelerkrankungen
  • Untersuchung peripherer Nerven (Engpass-Syndrome wie Karpaltunnelsyndrom)
  • Untersuchung des Armnervengeflecht (Plexus brachialis)
  • Untersuchung des Sehnerv (z.B. bei Pseudotumor cerebri)
  • Messung der Durchblutung bei irreversiblen Funktionsausfall des Gehirns in der Intensivmedizin

OBEN links: Darstellung der Hirnbasisarterien; rechts: Ultraschall der inneren Hirnkammern (Ventrikel). UNTEN links: Kontrastverstärkte Darstellung der Hirnkammern; rechts: Darstellung der Hirnkammern und der pathologisch erweiterten Inselzisterne