Standard-SchriftgrößeGrößere SchriftGrößte Schrift

Hämophiliezentrum und Gerinnungsambulanz am SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg

Thrombophilie und Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kommt es zu einer Aktivierung des Gerinnungssystems. Das hat die Natur absichtlich so eingerichtet, denn es reduziert die Blutungsgefahr bei der Entbindung. Gleichzeitig erhöht sich dadurch aber das Thromboserisiko. Es ist bei schwangeren Frauen etwa 7 mal so hoch wie bei nicht schwangeren Frauen, insbesondere wenn die Frauen schon davor zu Thrombosen neigten. Die meisten Schwangeren haben darum erhöhte D-Dimere, eine stark vermehrte Bildung der meisten Gerinnungsfaktoren wie z. B. des Faktors VIII (Hyperkoagulabilität) und eine Verminderung anderer Faktoren, die eine überschießende Gerinnung verhindern sollen.

Hämophilie und Schwangerschaft

Einer Thrombose vorbeugen

Heparin ist ein Medikament zur Thromboseprophylaxe. Die Medikamenteneinnahme ist jedoch nur unter bestimmten Umständen sinnvoll – wir stellen die Diagnose und beraten Sie. Auf die besonderen Bedürfnisse von Schwangeren und ihre natürliche Abneigung gegen Medikamente können wir ganz individuell eingehen und Ihnen dabei die Angst nehmen.

Thrombophilie – mögliche Ursache von Fehlgeburten

Für Frauen mit vorangegangenen Thrombosen ist es wichtig in der Schwangerschaft entsprechend beraten zu werden. Besonders für Frauen, die schon vor der Schwangerschaft Blutverdünner einnehmen mussten. Komplikationen wie häufige Fehlgeburten können mit der Blutgerinnung zu tun haben und von uns behandelt werden. Es ist daher sinnvoll bei Patientinnen mit mehreren Fehlgeburten eine genaue Untersuchung der Blutgerinnung durchzuführen. Patientinnen können dann während der Schwangerschaft mit Heparin zur Blutverdünnung behandelt werden. Hierdurch können die Chancen einer Schwangerschaft ohne Komplikationen verbessert werden.

Bei anderen Schwangerschaftskomplikationen wie HELLP-Syndrom, Präeklampsie oder EPH-Gestose ist zwar ein ursächlicher Zusammenhang mit der Blutgerinnung nicht bewiesen, aber auch hier kann unter Umständen der Einsatz von Blutverdünnern helfen.