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19. Januar 2015

SRH Kurpfalzkrankenhaus trauert um Professor Schimpf

Professor Dr. med. Klaus Schimpf, der frühere Ärztliche Direktor des
SRH Kurpfalzkrankenhauses und Hämophiliezentrums (früher: Rehabilitationsklinik Heidelberg), ist am 11. Dezember 2014 im Alter von 91 Jahren verstorben.

Leben und Werk

Professor Schimpf wurde am 12. August 1923 in Osterrode/Harz geboren. Nach dem Medizinstudium in Göttingen trat er 1954 eine Assistenzarztstelle in der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg an. Während seiner Ausbildung als Arzt für Innere Medizin beschäftigte er sich von Anfang an mit Blutgerinnungsstörungen. Er habilitierte 1965 und wurde 1967 zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Im Jahr 1972 übernahm er die ärztliche Leitung der damaligen "Rehabilitationsklinik Heidelberg" der Stiftung Rehabilitation Heidelberg (SRH). Dank der Initiative von Professor Schimpf ist am SRH Kurpfalzkrankenhaus heute eines der größten Hämophiliezentren in Deutschland. Professor Schimpf entwickelte die Klinik zu einem festen Bestandteil der Heidelberger Krankenhäuser für allgemeininternistische Patientenversorgung weiter.

Nationale und Internationale Erfolge

Auf nationaler Ebene hat sich Professor Schimpf um die Gründung, Organisation und Struktur der medizinischen Versorgung von Hämophiliepatienten verdient gemacht. Er hat sich insbesondere bei der Infektionssicherheit von Medikamenten zur Behandlung der Bluterkrankheit, die aus Blutplasma hergestellt wurden, hervorgetan. Ende der siebziger Jahre wies Professor Schimpf als einer der ersten auf schwere Lebererkrankungen von Hämophiliepatienten durch Hepatitis hin. Die Ergebnisse seiner Studien veranlassten neben denen von ärztlichen Kollegen die Industrie zu enormen Anstrengungen, die Virussicherheit von Gerinnungsfaktorkonzentraten sicherzustellen. Weitere Verdienste erwarb sich Professor Schimpf durch Studien zur Klärung von Dosierungsfragen der Faktorkonzentrate. Er konnte klären, welche Mindestdosis einen Hämophiliepatienten weitestgehend vor Blutungen schützt. Seine Forschungsergebnisse wurden in internationalen renommierten Zeitschriften publiziert und weltweit auf Kongressen diskutiert. Mit diesen Arbeiten erlangte Professor Schimpf internationales Ansehen. Auch im Ruhestand widmete er sich bis ins hohe Alter intensiv der klinischen Forschung.